Where is the beef? Komm auf den Punkt.

Der Passwort Spaß
Oktober 19, 2020
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Where is the beef? Komm auf den Punkt.

Ausschweifende Bücher lesen? Geschliffener Rethorik mit gefühlt unendlich vielen Füllwörtern und Wiederholungen bis zum Ende zuhören? Nicht mein Ding. Mein Gehirn schaltet auf Alarm: „Where is the beef?“ und ungeduldig: „Komm auf den Punkt“.

Irgendwo zwischen Linkedin, XING und Facebook habe ich die Einladung gefunden. Ein vielversprechendes Online Event mit, das ist sicher, international bekannten Persönlichkeiten. Fünf Namen kenne ich. Zwei Vorträge klingen interessant.

Ich melde mich an. Das ist sehr einfach und kostenfrei. Vermutlich bleibt es nicht so. Und die Emailflut beginnt gleich nach der Anmeldebestätigung. Fünf Bildschirmseiten und jede Menge sprachliche Cirruswolken und Wiederholungen später. „Where is the beef“? „Komm auf den Punkt“. Meine Ungeduld ist offensichtlich. Tatsächlich stolpere ich über Angebote. Bezahlbar und angepriesen als unwiderstehlich. Die echten Preise sind im Vergleich, ich würde sagen, schicke Fantasiepreise bestehend aus kreativen Zahlenkombinationen.

Vertriebsmethoden ändern sich alle paar Jahre. Jede Methode ist zu ihrer Zeit state-of-the-art und ihr Erfolg wird in den höchsten Tönen gelobt.

Die Zielgruppe dieser wortreichen Version einer zeitgemäßen Vertriebsmethode ist lobenswert geduldig, liebt lange verschlungene fantasievolle Sätze, und freut sich, wenn am Ende ein nettes Angebot winkt. Wenn es sie glücklich macht, so sei es.

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